Inflations- und Kaufkraftrechner

Was kann ein Geldbetrag nach einigen Jahren noch kaufen, wenn die Preise steigen – und wie viel Geld wäre dann nötig, um genauso viel kaufen zu können wie heute? Der Rechner zeigt beides für eine selbst gewählte, gleichbleibende Inflationsrate: die Kaufkraft eines unveränderten Betrags in heutigen Euro und den nominalen Betrag für gleiche Kaufkraft, mit kumuliertem Preisanstieg, Kaufkraftverlust und Verlauf Jahr für Jahr.

Szenariorechnung mit eigenen Annahmen: Die Inflationsrate gilt gleichbleibend für jedes Jahr; sie ist eine Annahme, keine aktuelle Inflationsrate und keine Prognose. Der Rechner verwendet keine historischen Daten des Verbraucherpreisindex und berücksichtigt weder Zinsen oder Renditen noch Einzahlungen, Entnahmen, Gebühren oder Steuern.

Was soll berechnet werden?

Beide Richtungen nutzen denselben Inflationsfaktor: Ein heutiger Betrag wird mit ihm multipliziert, ein zukünftiger durch ihn geteilt.

Betrag und Annahmen

Über 0 € bis 10.000.000 €: ein Betrag in heutigen Euro oder, beim Umrechnen, ein nominaler Betrag, der erst nach dem Zeitraum zur Verfügung steht.

Gleichbleibend für jedes Jahr; −20 bis 20 %, negative Werte für sinkende Preise.

Volle Jahre, 1 bis 100.

Vorbelegt sind Beispielwerte: 2 % ist eine Beispielannahme, keine aktuelle Inflationsrate und keine Prognose.

So rechnet der Inflationsrechner

Kaufkraft: was ein Betrag kaufen kann

Inflation zieht kein Geld vom Konto ab. Der nominale Betrag, also die Zahl in Euro, bleibt gleich, solange nichts eingezahlt oder abgehoben wird. Steigen aber die Preise, lassen sich mit demselben Betrag weniger Waren und Dienstleistungen kaufen: Die Kaufkraft sinkt. Sinken die Preise (Deflation), ist es umgekehrt, und derselbe Betrag kauft mehr.

Für Ersparnisse, Rücklagen oder eine geplante Ausgabe heißt das: Ein Betrag, der heute für etwas reicht, reicht bei steigenden Preisen später womöglich nicht mehr. Der Rechner beziffert diesen Effekt für eine angenommene Inflationsrate. Was das für Sparzinsen bedeutet, erklärt der Ratgeber Inflation und Realzins.

Zwei Fragen, ein Faktor

Kostet etwas heute 10.000 €, entspricht dieselbe Kaufkraft bei 2 % Inflation pro Jahr nach 20 Jahren 14.859,47 € (10.000 € × 1,0220). Ein Betrag von 10.000 €, der nominal gleich bleibt, hätte dann nur noch die Kaufkraft von 6.729,71 € in heutigen Euro (10.000 € ÷ 1,0220).

Umgekehrt entsprechen 100.000 €, die erst in 20 Jahren zur Verfügung stehen, bei 2 % Inflation einer Kaufkraft von 67.297,13 € heute. Beide Richtungen sind exakt umkehrbar. Der Betrag für gleiche Kaufkraft ist kein erwarteter Kontostand: Wie sich ein Guthaben entwickelt, hängt von Zinsen ab, die dieser Rechner nicht berücksichtigt.

Preisanstieg und Kaufkraftverlust sind nicht dasselbe

Steigen die Preise um 50 %, sinkt die Kaufkraft nicht um 50 %. Kostet ein Warenkorb erst 100 € und später 150 €, liegt der Preisanstieg bei 50 %. Mit 100 € lassen sich dann aber noch 100 ÷ 150 ≈ 66,67 % des Warenkorbs kaufen; der Kaufkraftverlust beträgt also 33,33 %.

Allgemein gilt mit dem Inflationsfaktor, dem Preisniveau am Ende im Verhältnis zu heute: Preisanstieg = Faktor − 1, Kaufkraftverlust = 1 − 1 ÷ Faktor. Bei 2 % über 20 Jahre steigen die Preise um 48,59 %, die Kaufkraft eines unveränderten Betrags sinkt um 32,70 %.

Jährliche und kumulierte Inflation

Inflationsraten werden meist pro Jahr angegeben. Über mehrere Jahre lassen sie sich nicht einfach addieren, weil sich jede Jahresrate auf das bereits gestiegene Preisniveau bezieht. Bei 2 % pro Jahr liegt das Preisniveau nach 20 Jahren beim 1,0220-Fachen, also rund 1,486-mal so hoch wie heute.

Der kumulierte Preisanstieg beträgt damit 48,59 % und nicht 20 × 2 % = 40 %. Je länger der Zeitraum und je höher die Rate, desto größer wird der Unterschied.

Annahmen und Rechenweg

Die Inflationsrate ist eine selbst gewählte Annahme und gilt gleichbleibend für jedes Jahr. Vorbelegt sind 2 % als Beispielannahme – die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 % an –, keine Prognose der künftigen Inflation. Tatsächliche Raten ändern sich von Jahr zu Jahr und können deutlich höher, niedriger oder zeitweise negativ sein.

Gerechnet wird in vollen Jahren, 1 bis 100, mit −20 bis 20 % pro Jahr: Nach n Jahren beträgt der Inflationsfaktor (1 + Inflation)n. Bei 0 % ist er 1, alle Beträge bleiben gleich. Bei sinkenden Preisen ist er kleiner als 1: Bei −2 % über 20 Jahre hätten schon 6.676,08 € dieselbe Kaufkraft wie 10.000 € heute, unveränderte 10.000 € hätten die Kaufkraft von 14.978,85 € – ein Kaufkraftgewinn. Gerechnet wird mit voller Genauigkeit, gerundet nur in der Anzeige auf volle Cent.

Was nicht berücksichtigt ist

Der Rechner verwendet keine historischen oder aktuellen Inflationsdaten, nur die eingegebene Annahme. Die offizielle Inflationsrate ist ein Durchschnitt über einen typischen Warenkorb; die Preisentwicklung, die ein Haushalt selbst erlebt, kann je nach Ausgaben für Wohnen, Energie, Lebensmittel oder Mobilität deutlich davon abweichen. Für die eigene Planung kann man eine passende Annahme eintragen.

Zinsen, Renditen, Einzahlungen, Entnahmen, Gebühren und Steuern sind nicht enthalten. Wie ein Guthaben bei einem angenommenen Zins wächst, ohne Inflation, zeigt der Zinseszinsrechner; die beiden Rechner sind voneinander unabhängig.