Tagesgeldkonto erklärt: Zinsen, Verfügbarkeit und typische Bedingungen verstehen

Ein Tagesgeldkonto ist ein verzinstes Konto ohne Laufzeit, auf das Sie jederzeit Geld einzahlen und von dem Sie es jederzeit wieder abziehen können. Viel mehr Technik steckt nicht dahinter. Gerade deshalb unterscheiden sich die Angebote kaum im Konto selbst, sondern in den Bedingungen: wie lange der beworbene Zins gilt, für wen und bis zu welchem Betrag, was danach kommt und wie schnell das Geld im Ernstfall wieder auf dem Girokonto liegt.

Wer diese Bedingungen lesen kann, entscheidet besser als jemand, der nur auf die größte Zahl in der Werbung schaut. Denn diese Zahl ist beim Tagesgeld fast immer ein Aktionszins, und der gilt selten länger als ein paar Monate. Aus unserer Sicht ist der Zins, der danach übrig bleibt, der ehrlichere Maßstab für ein Angebot.

Was ist ein Tagesgeldkonto?

Tagesgeld ist eine Einlage, die täglich fällig ist: Die Bank schuldet Ihnen das Guthaben an jedem Tag in voller Höhe, eine Kündigungsfrist gibt es nicht. Im Gegenzug zahlt sie Zinsen, deren Höhe sie jederzeit ändern kann. Die BaFin beschreibt Tagesgeld als flexible Geldanlage ohne feste Laufzeit mit variablem Zins, die sich besonders für kurzfristig geparktes Geld eignet.

Was dem Tagesgeldkonto fehlt, ist der Zahlungsverkehr. Sie können davon weder die Miete überweisen noch mit Karte bezahlen, und Lastschriften lassen sich nicht einziehen. Das wirkt auf den ersten Blick wie eine Einschränkung, gehört aber zum Konzept: Das Konto bewahrt Geld auf, das Sie gerade nicht ausgeben wollen, und trennt es vom Alltagsgeld auf dem Girokonto. Eine Reserve, die auf einem eigenen Konto liegt, wird erfahrungsgemäß seltener nebenbei aufgebraucht.

Typischerweise liegt auf einem Tagesgeldkonto der Notgroschen für unerwartete Ausgaben, eine Rücklage für etwas, das absehbar ansteht, etwa ein Autokauf oder die nächste Nebenkostennachzahlung, oder Geld, das nur vorübergehend geparkt wird, bis eine Festgeldanlage beginnt oder eine Anlageentscheidung gefallen ist.

Wozu brauchen Sie ein Referenzkonto?

Jedes Tagesgeldkonto hängt an einem Referenzkonto. Das ist in aller Regel Ihr Girokonto, das auch bei einer anderen Bank geführt werden kann, aber auf Ihren Namen lauten muss. Auszahlungen vom Tagesgeldkonto gehen ausschließlich dorthin. Bei Einzahlungen sind die Banken unterschiedlich streng: Manche nehmen Geld von jedem beliebigen Konto an, andere akzeptieren nur Überweisungen vom hinterlegten Referenzkonto und buchen alles andere zurück.

Diese Einbahnstraße hat einen handfesten Sicherheitsvorteil. Selbst wenn sich jemand Zugang zu Ihrem Onlinebanking für das Tagesgeldkonto verschafft, kann er das Guthaben nicht auf ein fremdes Konto umleiten, sondern nur auf Ihr eigenes Girokonto. Aus demselben Grund verlangen viele Banken zusätzliche Prüfschritte, wenn Sie das Referenzkonto ändern wollen. Das ist lästig, aber gewollt.

Auch rechtlich macht diese Konstruktion einen Unterschied. Der Europäische Gerichtshof hat 2018 entschieden, dass ein täglich fälliges Sparkonto, auf das und von dem Geld nur über ein Girokonto fließen kann, kein Zahlungskonto im Sinne des EU-Zahlungsrechts ist (Urteil vom 4. Oktober 2018, C-191/17). Für Sie bedeutet das: Ein Tagesgeldkonto ist ein Anlagekonto und kein zweites Girokonto. Regeln, die für Zahlungskonten gelten, lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf das Tagesgeld übertragen.

Ein Tagesgeldkonto ganz ohne Referenzkonto ist die Ausnahme. Am ehesten kommt es dem nahe, wenn Sie Tagesgeld bei der Bank eröffnen, bei der Sie ohnehin Ihr Girokonto führen. Dann übernimmt dieses Girokonto die Rolle des Referenzkontos, und Überträge zwischen beiden Konten werden meist sofort gebucht.

Wie schnell kommen Sie an Ihr Geld?

„Täglich verfügbar“ heißt nicht, dass das Geld in derselben Minute auf dem Girokonto steht. Sie können an jedem Tag eine Auszahlung beauftragen, danach folgt aber eine ganz normale Überweisung auf das Referenzkonto. Die BaFin rechnet dafür in der Regel mit einem Werktag und rät, diese Zeit einzuplanen. Wer die Auszahlung am Freitagabend in Auftrag gibt, sieht das Geld bei einer klassischen Überweisung deshalb oft erst am Montag.

Schneller geht es mit der Echtzeitüberweisung, bei der das Geld innerhalb von Sekunden ankommt. Banken im Euroraum müssen solche Überweisungen seit Januar 2025 empfangen und seit dem 9. Oktober 2025 auch versenden können; teurer als eine normale Überweisung darf das nicht sein (Verordnung (EU) 2024/886). Ob Sie diesen Weg auch für Auszahlungen vom Tagesgeldkonto nutzen können, hängt von der Bank ab: Manche bieten ihn an, andere überweisen weiterhin auf dem klassischen Weg. Für ein Konto, auf dem Ihre Notreserve liegen soll, lohnt sich ein Blick in die Konditionen oder eine kurze Nachfrage beim Kundenservice, bevor Sie es eröffnen.

Zwei Details verlängern die Wartezeit gelegentlich. Einige Banken begrenzen Auszahlungen pro Tag aus Sicherheitsgründen. Das Limit lässt sich meist im Onlinebanking oder auf Anfrage anheben, sollte Ihnen aber nicht erst im Notfall auffallen. Und wenn Sie Tagesgeld über eine Zinsplattform bei einer ausländischen Bank anlegen, läuft das Geld zusätzlich über ein Verrechnungskonto der Plattform, was einen weiteren Buchungsschritt bedeutet.

Für den Notgroschen ziehen wir daraus eine klare Konsequenz: Die Geschwindigkeit der Auszahlung ist wichtiger als der letzte Zehntelprozentpunkt Zins. Bei einer Reserve von 10.000 Euro bringt ein um 0,2 Prozentpunkte höherer Zins im Jahr 20 Euro mehr. Das ist wenig, wenn das Geld am entscheidenden Tag nicht rechtzeitig auf dem Girokonto ankommt. Wer ganz sicher gehen will, lässt zusätzlich einen kleinen Puffer auf dem Girokonto liegen.

Wie werden Tagesgeldzinsen berechnet und gutgeschrieben?

Der Zinssatz eines Tagesgeldkontos wird immer pro Jahr angegeben. 3 Prozent bedeuten also 3 Euro Zinsen je 100 Euro Guthaben, wenn das Geld ein ganzes Jahr zu diesem Satz auf dem Konto liegt. Die Bank rechnet dabei taggenau: Maßgeblich ist der Kontostand an jedem einzelnen Tag, sodass sich Ein- und Auszahlungen sofort im Zinsertrag niederschlagen.

Welche Methode die Bank für diese Tagesrechnung verwendet, schreibt in Deutschland kein Gesetz vor; die BaFin weist in ihren Verbraucherhinweisen darauf hin. Üblich sind drei Varianten: Entweder zählt die Bank die tatsächlichen Kalendertage und teilt durch 365 oder durch 360, oder sie rechnet jeden Monat pauschal mit 30 Tagen bei einem Jahr von 360 Tagen. Für 10.000 Euro zu 3 Prozent ergeben sich in einem Monat mit 31 Tagen so 25,48 Euro, 25,83 Euro oder 25,00 Euro (Beispielrechnung). Die Unterschiede sind gering, erklären aber, warum die Zinsgutschrift nicht immer genau zur eigenen Überschlagsrechnung passt.

Gutgeschrieben werden die Zinsen je nach Bank monatlich, vierteljährlich oder einmal im Jahr. Je häufiger das geschieht, desto früher werden die bereits gezahlten Zinsen selbst mitverzinst. Der Effekt ist allerdings kleiner, als die Werbung mit „monatlicher Zinszahlung“ vermuten lässt. 10.000 Euro bringen bei 3 Prozent und gleichbleibendem Zins mit jährlicher Gutschrift 300,00 Euro, mit vierteljährlicher 303,39 Euro und mit monatlicher 304,16 Euro. Gut vier Euro Unterschied im Jahr sind kein Grund, sich für ein Konto zu entscheiden. Ein Zins, der 0,1 Prozentpunkte höher liegt, bringt bei diesem Betrag bereits zehn Euro mehr.

Einen praktischen Vorteil hat die monatliche Gutschrift trotzdem: Sie sehen früher, ob die Bank den zugesagten Zins auch zahlt. Lösen Sie das Konto auf, rechnet die Bank die bis dahin aufgelaufenen Zinsen ohnehin taggenau ab.

Warum kann sich der Zins jederzeit ändern?

Der Tagesgeldzins ist variabel. Die Bank darf ihn senken oder erhöhen, ohne dass Sie zustimmen müssen, und oft geschieht das ohne lange Vorankündigung. Wie Sie über Änderungen informiert werden, regeln die Bedingungen der jeweiligen Bank. Verlassen sollten Sie sich nicht darauf, dass Ihnen eine Zinssenkung von selbst ins Auge springt; ein kurzer Blick auf den aktuellen Satz alle paar Monate gehört zum Tagesgeld dazu.

Orientierung bietet der Einlagesatz der Europäischen Zentralbank, also der Zins, den Banken für kurzfristig bei der Notenbank geparktes Geld erhalten. Er lag ab Juni 2025 bei 2,00 Prozent und wurde 2026 in zwei Schritten angehoben, zuletzt mit Wirkung vom 16. September auf 2,50 Prozent (EZB). Steigt dieser Satz, haben Banken Spielraum für höhere Tagesgeldzinsen; sinkt er, geraten die Zinsen unter Druck. Einen Automatismus gibt es jedoch nicht. Ob und wann eine Bank eine Leitzinsänderung weitergibt, entscheidet sie selbst, und bei Bestandskunden lassen sich manche Häuser damit mehr Zeit als bei der Werbung um neue Kunden.

Nach unten hat die Rechtsprechung inzwischen eine klare Grenze gezogen. In der Negativzinsphase bis 2022 verlangten zahlreiche Banken Verwahrentgelte auf Guthaben, teilweise auch auf Tagesgeldkonten. Der Bundesgerichtshof hat am 4. Februar 2025 entschieden, dass entsprechende Klauseln für Tagesgeld- und Sparkonten unwirksam sind, weil Verbraucher dort berechtigterweise erwarten dürfen, ihre Einlage mindestens zu erhalten (Pressemitteilung Nr. 26/2025). Ein Zins von null ist also möglich, ein Abschmelzen des Guthabens durch Entgelte für die Verwahrung dagegen nicht.

Aktionszins und Folgezins: Was nach der Werbung kommt

Die Zinssätze, die in Vergleichsrechnern und Werbebannern ganz oben stehen, sind fast immer Aktionszinsen. Banken nutzen sie, um neue Kunden zu gewinnen, und begrenzen sie entsprechend: zeitlich auf einige Monate, oft auf Neukunden und häufig auf einen Höchstbetrag. Nach Ablauf gilt der reguläre Zins der Bank, meist Folgezins oder Bestandskundenzins genannt. Er ist variabel und liegt nicht selten deutlich unter dem Aktionszins, manchmal nur bei einem Bruchteil davon.

Wie stark das den Ertrag verändert, zeigt ein Beispiel mit 20.000 Euro, die zwölf Monate auf dem Tagesgeldkonto liegen sollen. Die Zinssätze sind fiktiv und dienen nur der Veranschaulichung.

Beispiel: 20.000 Euro für 12 Monate Bank A Bank B
Zinssatz 3,5 % für 4 Monate, danach 1,0 % 2,4 % durchgehend
Zinsen in Monat 1 bis 4 233,33 € 160,00 €
Zinsen in Monat 5 bis 12 133,33 € 320,00 €
Zinsen nach 12 Monaten 366,67 € 480,00 €
entspricht einem Jahreszins von 1,83 % 2,40 %

Vereinfachte Rechnung ohne Zinseszins; bei Bank B ist unterstellt, dass der variable Zins unverändert bleibt.

Das Angebot mit dem auffälligeren Zins bringt am Ende gut 113 Euro weniger. Damit Bank A über das Jahr mithält, müsste ihr Folgezins mindestens 1,85 Prozent betragen. Anders sieht es aus, wenn Sie nach den vier Aktionsmonaten tatsächlich wechseln und das Geld für den Rest des Jahres zu 2,4 Prozent anlegen: Dann kommen Sie auf 553,33 Euro und liegen klar vorn.

Ein Aktionszins lohnt sich also unter einer Bedingung: Sie müssen den Wechsel auch vollziehen, rechtzeitig und ohne an der nächsten Bank auf neue Haken zu stoßen. Wer erfahrungsgemäß nicht dazu kommt, ist mit einem dauerhaft soliden Zins besser bedient. Für die Bewertung eines Angebots heißt das: Prüfen Sie den Folgezins mindestens so genau wie den Aktionszins.

Den Folgezins finden Sie in den Konditionen auf der Website der Bank oder im Preis- und Leistungsverzeichnis, häufig unter Begriffen wie Bestandskundenzins, Standardzins oder Basiszins. Eine Bank, die diesen Wert gut versteckt oder gar nicht nennt, hat dafür meist einen Grund. Wir werten das als Warnsignal.

Was eine Zinsgarantie bedeutet

Viele Aktionen werben mit einer Zinsgarantie. Gemeint ist, dass die Bank den Aktionszins für den genannten Zeitraum nicht senkt, auch wenn die Marktzinsen fallen. Das ist ein echter Vorteil, denn ohne Garantie könnte die Bank auch einen beworbenen Zins jederzeit wieder ändern.

Aus Tagesgeld wird durch eine Zinsgarantie allerdings kein Festgeld. Ihr Geld bleibt täglich verfügbar, und die Garantie endet zum genannten Datum. Danach ist der Zins wieder variabel und in aller Regel niedriger. Achten Sie außerdem auf die Formulierung: Ist ausdrücklich von einer Garantie die Rede, oder nennt die Bank nur ihren „aktuellen Zins“? Letzteres verspricht nichts für die kommenden Wochen.

Neukunde, Neugeld, Höchstbetrag: die Bedingungen im Kleingedruckten

Ob Sie den beworbenen Zins bekommen, entscheidet sich oft an wenigen Begriffen, die in den Bedingungen unscheinbar daherkommen. Ihre Bedeutung legt jede Bank selbst fest, deshalb lohnt sich das genaue Lesen.

Wer als Neukunde gilt

Den Aktionszins erhalten häufig nur Neukunden. Mal genügt es dafür, noch kein Tagesgeldkonto bei der Bank zu besitzen, mal reicht schon irgendein früheres Konto, um ausgeschlossen zu sein. Oft gilt zusätzlich eine Sperrfrist: Wer innerhalb eines bestimmten Zeitraums vor der Eröffnung Kunde war, etwa in den letzten zwölf oder 24 Monaten, bleibt außen vor. Manche Aktionen gelten nur für das erste Tagesgeldkonto bei der Bank, sodass Sie als Kunde mit einem älteren Konto leer ausgehen, auch wenn Sie ein zweites eröffnen.

Was Neugeld bedeutet

Richtet sich eine Aktion an Bestandskunden, ist sie meist an Neugeld gebunden. Darunter versteht die Bank Geld, das zu einem bestimmten Stichtag noch nicht bei ihr lag und von einer anderen Bank überwiesen wird. Ein Umbuchen vom eigenen Girokonto bei derselben Bank zählt in der Regel nicht. Ebenso wenig hilft es, Geld nach dem Stichtag abzuziehen und anschließend wieder einzuzahlen, denn maßgeblich ist meist, um wie viel Ihr Guthaben den Stand am Stichtag übersteigt.

Ein Beispiel: Sie haben bereits 30.000 Euro bei einer Bank und überweisen 20.000 Euro von einem anderen Institut dorthin. Zahlt die Bank 3 Prozent für vier Monate auf Neugeld, erhalten Sie auf die 20.000 Euro in diesem Zeitraum 200 Euro Zinsen. Die 30.000 Euro, die schon vorher da waren, laufen zum normalen Bestandskundenzins weiter.

Warum der Höchstbetrag den Zins verwässert

Fast jede Aktion hat eine Obergrenze. Bis zu diesem Betrag gilt der Aktionszins, darüber ein niedrigerer Satz. Für Ihren Ertrag zählt deshalb nicht der beworbene Satz, sondern der Mischzins über das gesamte Guthaben. Legen Sie etwa 80.000 Euro an und erhalten 3,5 Prozent bis 50.000 Euro, darüber aber nur 1,0 Prozent, kommen Sie aufs Jahr gerechnet auf 2.050 Euro Zinsen. Das entspricht rund 2,56 Prozent und nicht den beworbenen 3,5 Prozent.

Ein hoher Höchstbetrag ist zudem keine Einladung, alles bei einer Bank zu bündeln. Die gesetzliche Einlagensicherung deckt 100.000 Euro je Person und Bank; was darüber liegt, ist allenfalls durch freiwillige Sicherungseinrichtungen geschützt, auf deren Leistung kein Rechtsanspruch besteht. Wir halten es für vernünftig, je Bank nicht mehr anzulegen, als gesetzlich abgesichert ist, auch wenn eine Aktion bis 500.000 Euro gilt.

Kopplungen an andere Produkte

Daneben knüpfen Banken Aktionszinsen an Bedingungen, die mit dem Tagesgeld selbst wenig zu tun haben: die gleichzeitige Eröffnung eines Girokontos, einen regelmäßigen Geldeingang, einen Depotübertrag oder die Nutzung einer bestimmten App. Solche Kopplungen sind nicht per se schlecht, sie verändern aber die Rechnung. Ein Girokonto, das Sie eigentlich nicht brauchen, oder ein Depotwechsel, der Sie Zeit und Nerven kostet, gehört zum Preis des Zinsvorteils dazu.

Die wichtigsten Fragen vor der Eröffnung

Bedingung Was Sie klären sollten
Aktionszins Wie lange gilt er, und ist er garantiert?
Folgezins Welchen Zins zahlt die Bank heute ihren Bestandskunden?
Neukundenstatus Erfüllen Sie die Definition, auch wenn Sie früher schon Kunde waren?
Neugeld Ab welchem Stichtag gilt die Aktion, und welches Geld zählt?
Höchstbetrag Welcher Zins gilt oberhalb der Grenze?
Auszahlung Wie schnell kommt das Geld aufs Referenzkonto, und gibt es Tageslimits?
Zinsgutschrift Monatlich, vierteljährlich oder jährlich?
Einlagensicherung In welchem Land sitzt die Bank, und welches Sicherungssystem greift?

Kann man mit Tagesgeld Geld verlieren?

Tagesgeld hat kein Kursrisiko. Der Kontostand schwankt nicht, und nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs darf die Bank ihn auch nicht durch Verwahrentgelte abschmelzen lassen. Auf die Frage, ob man mit einem Tagesgeldkonto Geld verlieren kann, gibt es trotzdem zwei ehrliche Antworten.

Nominal droht ein Verlust nur, wenn die Bank ausfällt und Ihr Guthaben über die Einlagensicherung hinausgeht. In Deutschland und der übrigen EU sind Einlagen bis 100.000 Euro je Person und Bank gesetzlich geschützt. Mehrere Konten bei derselben Bank werden dabei zusammengerechnet, bei Gemeinschaftskonten hat jeder Inhaber einen eigenen Anspruch, und für zeitweise hohe Guthaben, etwa nach dem Verkauf einer selbst genutzten Immobilie, gilt für bis zu sechs Monate ein erhöhter Schutz von bis zu 500.000 Euro (Entschädigungseinrichtung deutscher Banken). Legen Sie Tagesgeld bei einer ausländischen Bank an, sind Sie über das Sicherungssystem des jeweiligen Landes abgesichert. Das sollte bei der Wahl der Bank eine Rolle spielen.

Real, also gemessen an der Kaufkraft, kann Tagesgeld dagegen sehr wohl an Wert verlieren, nämlich dann, wenn die Inflation höher ist als der Zins nach Steuern. Für eine Reserve, die jederzeit verfügbar sein soll, ist das hinnehmbar. Für Geld, das zehn oder zwanzig Jahre liegen bleiben kann, ist Tagesgeld deshalb nicht der richtige Ort.

Tagesgeld, Girokonto oder Sparbuch: Wo liegen die Unterschiede?

Girokonto Tagesgeldkonto Sparbuch / Sparkonto
Zweck Zahlungsverkehr Geld parken und verzinsen Sparen mit Kündigungsfrist
Verfügbarkeit sofort täglich, über das Referenzkonto bis 2.000 € pro Monat, darüber in der Regel drei Monate Kündigungsfrist
Überweisungen an Dritte, Karte, Lastschrift ja nein nein
Verzinsung meist keine variabel variabel, in der Regel niedriger als beim Tagesgeld
Gesetzliche Einlagensicherung ja ja ja

Das Girokonto ist für den Zahlungsverkehr gedacht; Zinsen gibt es darauf meist keine. Das Sparbuch ist die ältere Form des Sparens mit Kündigungsfrist. Bei Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist dürfen Sie laut BaFin monatlich bis zu 2.000 Euro abheben; wer mehr braucht, muss kündigen oder, wenn die Bank das zulässt, Vorschusszinsen zahlen. Das Tagesgeldkonto verbindet die Verfügbarkeit des Girokontos mit der Verzinsung eines Sparprodukts und ist dem Sparbuch damit in nahezu jeder Hinsicht überlegen. Dass viele Sparbücher dennoch weiterlaufen, hat aus unserer Sicht mehr mit Gewohnheit zu tun als mit Vorteilen.

Festgeld ist die Alternative für Geld, das Sie für eine feste Laufzeit sicher nicht brauchen. Sie sichern sich damit den Zins für diese Zeit, verzichten aber auf den Zugriff. Beim Tagesgeld ist es umgekehrt: Sie bezahlen die tägliche Verfügbarkeit mit dem Risiko, dass die Bank den Zins senkt.

Zwei weitere Lösungen begegnen Sparern immer häufiger. Viele Broker verzinsen Guthaben auf Verrechnungskonten, die sich im Alltag ähnlich anfühlen wie Tagesgeld. Wie diese Konten aufgebaut sind, unterscheidet sich allerdings je nach Anbieter; prüfen Sie, bei welcher Bank das Geld tatsächlich als Einlage liegt und welches Sicherungssystem greift. Geldmarkt-ETFs wiederum sind kein Konto, sondern Wertpapiere, die kurzfristige Geldmarktzinsen abbilden. Sie fallen nicht unter die Einlagensicherung, ihr Fondsvermögen ist aber vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt. Ihr Kurs kann leicht schwanken, und für Kauf und Verkauf können Ordergebühren anfallen.

Eröffnen, versteuern, kündigen: das Praktische

Kontoeröffnung

Ein Tagesgeldkonto eröffnen Sie heute meist online in wenigen Minuten. Nach dem Geldwäschegesetz muss die Bank Sie dabei identifizieren, in der Regel per Video-Ident, über die Online-Ausweisfunktion oder per Post-Ident. Direktbanken setzen typischerweise voraus, dass Sie volljährig sind, in Deutschland wohnen und ein Girokonto als Referenzkonto angeben. Bis das Konto nutzbar ist, vergehen je nach Verfahren wenige Minuten bis einige Tage.

Für Kinder eröffnen die Eltern als gesetzliche Vertreter ein Konto auf den Namen des Kindes; nicht jede Bank bietet Tagesgeld für Minderjährige an. Gemeinschaftskonten für Paare sind bei vielen Banken möglich. Bedenken Sie dabei, dass beide Inhaber über das gesamte Guthaben verfügen können.

Wie viele Tagesgeldkonten sind sinnvoll?

Wie viele Tagesgeldkonten Sie führen, schreibt Ihnen niemand vor. Mehrere Konten bei verschiedenen Banken können sinnvoll sein, etwa um Guthaben oberhalb von 100.000 Euro auf mehrere Sicherungsgrenzen zu verteilen oder Rücklagen für unterschiedliche Zwecke sichtbar voneinander zu trennen. Der Preis dafür ist Verwaltungsaufwand: Jedes Konto braucht eigene Zugangsdaten, jede Zinsänderung will beobachtet werden, und den Sparer-Pauschbetrag müssen Sie über Freistellungsaufträge auf die Banken verteilen. Mehr als zwei oder drei Tagesgeldkonten halten wir für die meisten Sparer für unnötig.

Was kostet ein Tagesgeldkonto?

Kontoeröffnung und Kontoführung sind beim Tagesgeld praktisch immer kostenlos. Gebühren tauchen allenfalls am Rand auf, etwa für Kontoauszüge auf Papier oder für Zweitschriften von Steuerbescheinigungen. Kosten verursachen kann allerdings das Girokonto, das Sie als Referenzkonto brauchen. Ein Tagesgeldkonto mit Kontoführungsgebühr würden wir nicht eröffnen; einen sachlichen Grund dafür gibt es nicht.

Wie werden Tagesgeldzinsen versteuert?

Zinsen vom Tagesgeldkonto sind Kapitalerträge. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro im Jahr bleiben sie steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehe- und eingetragenen Lebenspartnern bis 2.000 Euro (§ 20 Abs. 9 EStG). Damit eine deutsche Bank den Pauschbetrag berücksichtigt, erteilen Sie ihr einen Freistellungsauftrag; zusammen dürfen alle Freistellungsaufträge den Pauschbetrag nicht übersteigen. Was darüber hinausgeht, unterliegt der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer (§ 32d EStG), die eine inländische Bank direkt einbehält. Bei Banken im Ausland, auch wenn Sie über eine Zinsplattform anlegen, ist das nicht immer so. Dann müssen Sie die Zinsen gegebenenfalls selbst in der Steuererklärung angeben.

Kündigung

Kündigen können Sie ein Tagesgeldkonto jederzeit und ohne Kosten. Die Bank überweist das Guthaben samt der taggenau abgerechneten Zinsen auf Ihr Referenzkonto. Passen Sie danach den Freistellungsauftrag bei dieser Bank an oder löschen Sie ihn, damit der freigewordene Teil Ihres Pauschbetrags bei einer anderen Bank genutzt werden kann.

Für wen eignet sich ein Tagesgeldkonto?

Ein Tagesgeldkonto ist der richtige Ort für Geld, das sicher und schnell verfügbar sein muss, aber nicht für den laufenden Zahlungsverkehr gebraucht wird. Das gilt vor allem für den Notgroschen und für Rücklagen, die in den nächsten ein bis zwei Jahren fällig werden, deren genauer Zeitpunkt aber noch offen ist. Auch als Zwischenstation eignet es sich gut, solange nicht feststeht, wie das Geld langfristig angelegt werden soll.

Weniger geeignet ist Tagesgeld für Geld, das Sie viele Jahre nicht anrühren werden. Dafür ist die Verzinsung zu unsicher und nach Inflation und Steuern oft zu niedrig. Und wenn Sie wissen, dass Sie einen Betrag genau ein oder zwei Jahre nicht brauchen, kann Festgeld die bessere Wahl sein, weil es Ihnen den Zins für diese Zeit garantiert.

Unser Fazit

Ein Tagesgeldkonto gehört aus unserer Sicht zur finanziellen Grundausstattung, gleich neben dem Girokonto. Es kostet nichts und trennt die Reserve sauber vom Alltagsgeld, ohne dass Sie im Normalfall länger als einen Werktag auf Ihr Geld warten müssen.

Bei der Auswahl sollten Sie sich vom Werbezins nicht blenden lassen. Wichtiger als der Aktionszins sind drei Fragen: Welchen Zins zahlt die Bank nach der Aktion? Wie schnell kommt das Geld auf das Girokonto? Und welches Einlagensicherungssystem steht hinter der Bank? Ein Angebot, das hier überzeugt, darf gern zusätzlich mit einer guten Aktion locken.

Wenn Sie einen Aktionszins nutzen, tragen Sie sich das Ende der Zinsgarantie in den Kalender ein und entscheiden Sie an diesem Termin bewusst, ob Sie bleiben oder wechseln. Wer das konsequent tut, holt aus Aktionen mehr heraus. Wer es erfahrungsgemäß vergisst, fährt mit einer Bank besser, die auch ihren Bestandskunden einen ordentlichen Zins zahlt. Aktuelle Zinsen und Bedingungen der einzelnen Banken finden Sie in unserem Tagesgeldvergleich, die Rechnung für Ihren eigenen Betrag übernimmt der Tagesgeld-Zinsrechner.